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Blog Nr. 4 - Andreas Glemser goes Down Under 02.09.2014

Bin dann mal weg...

 

Wussten Sie, dass Australien noch vor der Schweiz die erfolgreichste Volkswirtschaft der Welt ist? Ich dachte immer, die Aussies sind nur mit surfen und Barbeque beschäftigt.

Was wir in Deutschland von den Australiern lernen können?

1.   Sich Zeit nehmen! 

Wenn ich in Australien im Supermarkt an der Kasse in einer Schlange stehe, hält die Kassiererin trotzdem den ein oder anderen Schwatz mit den Kunden, manchmal wird dabei auch die Nr. 2 und 3 der Schlange in das Gespräch mit einbezogen und alle haben Spaß beim Warten! In Deutschland stehe ich auf der Rolltreppe auf der linken Seite und von hinten kommt die junge, dynamische Frau vom Typ „Unternehmensberater“ und brüllt von unten „Treten Sie nach rechts, Sie blockieren die ganze Rolltreppe!“ und huscht eiligen Schrittes an mir vorbei! Sich Zeit nehmen für andere, hat etwas mit Wertschätzung zu tun und Wertschätzung ist für Menschen der größte Motivationsfaktor! Wir entwickeln uns immer mehr zu einer Dienstleistungsgesellschaft. In dieser entscheidet die Servicequalität über Erfolg und Misserfolg. Wie soll man Qualität produzieren, wenn man sich keine Zeit nimmt? Wenn der Chef keine Zeit für seine Mitarbeiter hat, muss man sich nicht wundern, wenn die Mitarbeiter sich nicht genügend Zeit für die Kunden nehmen.

2.   Interesse an Menschen! 

Bestimmt kommt Ihnen folgende Situation bekannt vor: Sie kommen frisch aus dem Urlaub und jemand fragt Sie: na, wie war‘s? Sie fangen an zu erzählen, dass Sie auf Mallorca waren und haben kaum zwei Sätze erzählt, ist Ihr Gegenüber schon dabei ausführlich aus seinem letzten Malleurlaub zu erzählen; er hat sich halt wirklich für mich interessiert! Am Schluss frage ich mich dann, warum hat er mich eigentlich gefragt; hat ihn doch gar nicht interessiert! Menschen, die andere Menschen lieben / mögen, interessieren sich automatisch für diese. Sie stellen Fragen, zeigen sich an der Person interessiert und hören zu bzw. fragen nach. Wie schön ist es, wenn du das Gefühl hast, da ist jemand der interessiert sich wirklich für Dich, nicht für Deinen Titel, Deine Funktion oder Position und nicht deshalb weil er sich durch dich einen Vorteil verschaffen kann, nein nur für DICH!

3.   No worries oder mach Dich mal locker! 

In deutschen Großunternehmen gibt es Regeln, wie man eine E-Mail zu schreiben hat. Alles ist geregelt und geordnet und vor allem korrekt. Leider haben wir dabei in Deutschland vergessen, dass die Menschen von Menschen bedient und beraten werden möchten, nicht von prozesskorrekten Mitarbeitern. Dazu gehört auch, dass man einen lockeren Spruch reißt, mit einem Kunden lustig ist, diesen auf die Schippe nimmt oder auch sich unkonventionelle und unerwartete Dinge mit diesem traut. Dieser lässige Umgang mit Kunden führt in Australien dazu, dass ich viel lieber einkaufen gehe oder mich beraten lasse; die Atmosphäre ist einfach eine andere; ich fühle mich wesentlich wohler! Und glauben sie ja nicht, die Australier hätten ihre Prozesse nicht im Griff, wären unpünktlich oder nicht verbindlich genug; nein, dem ist nicht so, sie sind eben lässiger!

Sie sehen, es gibt so einiges zu lernen von Anderen, vorausgesetzt man interessiert sich!

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